Version 1.6 | Datum 06/10/2009
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Ben Reule

 

 

360° Panoramen im Internet

Ein kurzer Einblick



Panoramen ermöglichen dem Betrachter, seinen Blick am Bildschirm mittels Mausbewegung realitätsnah in alle Richtungen schweifen zu lassen.
Während bei den weit verbreiteten zylindrischen Panoramen der vertikale Blickwinkel begrenzt ist, können bei der sphärischen bzw. kubischen Variante (der Unterschied besteht in der Projektionsform – kugel- oder würfelförmig) die kompletten 360° erkundet werden.

Wie erzeugt man ein 360° Panorama?

Es gibt mehrere Möglichkeiten ein sphärisches Panorama zu erzeugen:

- Spezielle Kameras (Roundshot-Camera) erlauben es, die gesamten 360° mit einem Shot zu belichten. Diese Kameras sind aber sehr teuer ca. 10000 Euro.

- Eine weitere Möglichkeit ist, die Umgebung mit einer Kamera, die mit einem Fisheye-Objektiv bestückt ist, mit jeweils 2 Bildern zu erfassen und mit einem speziellen Programm (iPix) zu einem Panorama zusammenzufassen.

- Die billigste und einfachste Methode heißt Multirowtechnik. Hier wird eine herkömmliche Kamera auf einem Stativ befestigt und die gesamte Umgebung durch mehrmaliges Drehen der Kamera um ihre eigene Achse auf Einzelbildern festgehalten. Diese können dann mit einem Programm so zusammengefügt werden, dass ein Panorama entsteht. Dieses Zusammenfügen nennt man Stiching.

Tutorial Multirow
(Equipment: Digitalkamera, Stativ)

- Nodalpunkt feststellen
Um Parallaxefehler, die beim Stiching Probleme machen zu verhindern, muss die Kamera um die Optische Mitte des Objetivs (Nodalpunkt) gedreht werden. Da diese meist nicht dem Cameramount entspricht, müssen Sie den Nodalpunkt selbst ermitteln. Näheres hierzu finden Sie am Ende dieses Textes.

- Einzelbilder aufnehmen
Je nach Brennweite und Objektgröße sind verschieden viele Einzelbilder zu erstellen. Die Überlappung zwischen den einzelnen Bilder sollte etwa bei 30% liegen. Die Kamera wird positioniert und nach jedem Bild ca. 20° um die eigene Achse gedreht. Dies geschieht jeweils bei 45°, 0° und -45° Neigung. Dann benötigt man noch jeweils ein Bild in 90° und –90° Neigung für den oberen und unteren Teil des Panoramas.

- Stiching
Es gibt es verschieden Programme, um Einzelbilder zu einem Panorama zusammenzufügen.
Für Einsteiger stehen diverse Shareware-Applikationen zur Verfügung, Profis arbeiten mit meist mit Quicktime Pro oder Realviz.

Fazit

Jede der oben aufgeführten Methoden hat ihre Vor- und Nachteile. Die Fischeye-Methode eignet sich eher für bewegte Objekte, was bei der Multirowtechnik aufgrund des kleinen Blickwinkels und der längeren Aufnahmedauer eher schwierig ist. Fast keine Verzerrungen und die niedrigen Materialkosten machen diese Technik jedoch für Einsteiger wie auch für die professionelle Produktion von Panoramen interessant.

Literaturliste

[C. Jacobs]: Jacobs, Corinna; Sphärische Panoramen im Web; Diplomarbeit
Stuttgart,
2002
[Michael Vogt, Frank Kastenholz]: Quicktime 6

Liste externer Links

Beispiel-Panoramen

www.moving-pictures.de

www.worldserver.com/turk/quicktimevr/index.html

www.virtualparks.org

Nodalpunkt / Kamera

http://www.digitalkamera.de/Info/Workshop/Panorama/Teil1-Ueberblick-de.htm

Stiching

http://www.apple.com/quicktime

http://www.ipix.com

http://www.realviz.com